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Karwendel Freetrail

Max ist Trailläufer und noch dazu kreativ. Von ihm stammt der Begriff Freetrail . Die Definition gefällt mir und ich darf, natürlich gegen Abtretung meiner Tantiemen aus diesem Blog, meine Karwendelrunde in Karwendel Freetrail umbenennen.

Meine Idee zu einem langen Trainingslauf in technischem Gelände hatte ich in meiner Einladung beschrieben.

Wetterbedingt musste der ursprüngliche Termin auf das "UTMB"- Wochenende verschoben werden. Kein Wunder, dass von den üblichen Verdächtigen nur Uwe Zeit und Lust hatte, mich zu begleiten.

Am 29.08.2015 laufen wir pünktlich um 00:00 h in Scharnitz los. Ganz ohne Getöse und Musik, auch die Teilnehmer des am gleichen Morgen startenden Karwendelmarsches schlafen lieber noch eine Runde.

Wenige Meter auf Asphalt, dann geht es auf einem schmalen Single-Trail durch Wald nach oben. Die Bäume stehen dicht und vom hell strahlenden Vollmond ist erstmal keine Erleuchtung zu erwarten. Der Weg führt in Richtung Kreidengraben stetig bergauf. Die Nacht ist ohnehin nicht kühl und schnell wird mir warm.

Uwe ist topfit und erzählt, während ich heftig schnaufend den Berg hinauf strebe, locker vom diesjährigen Hardrock 100, den er mit einer klasse Zeit gefinisht hat.

Der Pfad ist meist gut markiert, trotzdem passieren uns ein paar Verhauer. 

Überraschend schnell erreichen wir den Übergang ins nächste Tal und passieren kurz darauf die Oberbrunn Alm. Auf einem Fahrweg geht es hinab ins Karltal. Im Talgrund wenden wir uns nach Süden und laufen durch das Wimmertal in Richtung der Eppzirler Alm. Der Weg verläuft meist außerhalb des Waldes, der Mond steht am Himmel und es ist einfach traumhaft.

Unser Track schwenkt nach rechts und der Aufstieg zum Ursprungsattel beginnt. Das sind nur etwa 300 Höhenmeter, die sind aber ordentlich steil.

Trotz Vollmond und klarem Himmel ist es zu finster zum Fotografieren. Gut, dass ich schon mal da war. So sieht es hier am Tag aus:

Gegen 03:40 h erreichen wir den Ursprungsattel. Kurz dahinter beginnt der Freiungen Höhenweg, der uns mit diesem Schild begrüßt:

Eigentlich wollte ich hier nicht unbedingt in der Dunkelheit drüber, Ende August wird es aber doch schon deutlich später hell, als von mir geplant. Vielleicht waren wir auch einfach zu schnell unterwegs? Jedenfalls bleiben uns spannende Ausblicke verwehrt. Spaß macht es aber auch so:

 Bei Sonnenschein sähe man aber einfach mehr:

(Bilder DAV und Tourenwelt.at)

Der Anstieg zum höchsten Punkt des Höhenwegs

Der Freiungen Höhenweg endet am Solsteinhaus. Das erreichen gegen 06:00 h. Gerade rechtzeitig, denn der freundliche Hüttenwirt eröffnet für uns das Frühstücksbuffet. Wir gönnen uns eine längere Pause, stärken uns und machen uns gegen 06:45 h auf den Weiterweg.

Vom Solsteinhaus aus geht es flott bergab in Richtung Kristenalm. Wir verlassen den Weg in Richtung Hippen und treffen auf den Gipfelstürmerweg. Der führt durch ein Schotterkar erst steil nach unten und dann auf der anderen Talseite mühsam und über Schotter wieder nach oben in Richtung Frau Hitt Sattel. 

Meist liegt unser Anstieg noch im Schatten. Am Sattel wechseln wir auf die Sonnenseite. Schlagartig wird es warm. 

Der Schmidhubersteig ist auch nicht ohne, er führt uns aber tendenziell nach unten. Gegen 10:30 h erreichen wir die Seilbahnstation Seegrube. Wir füllen nur kurz unsere Trinkblasen und Flaschen auf und entfliehen den Ausflüglern. Auf dem Weiterweg zum Hafelekar sind wir wieder alleine. Am höchsten Punkt des Kars treffen wir auf den Goetheweg, dem wir bis zur Pfeishütte folgen. Der Weg ist meist recht gut laufbar. Bei dem vorhergesagten Traumwetter sind viele Wanderer unterwegs. Wir legen ein flottes Tempo vor und werden von ihnen meist bereitwillig vorbei gelassen.

Gegen 12.15 h gönnen wir uns auf der Pfeishütte eine Mittagspause. Trotz der netten Bedienungen und des guten Essens sind wir 1/2 Stunde später wieder unterwegs. Unser nächstes Ziel ist das Hallerangerhaus. Der "Wilde Bande Steig" führt uns über das Stempeljoch und das Lafatscher Joch im ständigen Auf und Ab genau dort hin. Die Nachmittagssonne brennt ziemlich gnadenlos auf uns herab. Der Flüssigkeitsbedarf ist enorm. Schnell sind unsere Rucksäcke wieder um 1 kg Wasser leichter.

Steile Abstieg über Schotterfelder machen nicht zu viel Freude. Bergab gewinnen wir so Strecke, die gewonnene Zeit schmilzt bergauf aber schnell wieder ab. Endlich kommt im Tal das Hallerangerhaus in Sicht. Die Vorfreude auf ein Colaweizen beschleunigt mein Tempo enorm, was die von uns im Bergabsprint überholten Wanderer sichtlich irritiert.

An der Hütte haben wir knapp die Marathondistanz hinter uns. Grund genug für mich, noch ein zweites isotonisches Sportgetränk zu ordern.

Unser nächstes Etappenziel ist die Birkkarspitze. Dazu müssen wir gut 4 km ins Hinterautal absteigen.

Im Abstieg kommt uns eine Wanderrin euntgegen. Kaum sind wir an ihr vorbei, kommt der Ruf: "Bist Du nicht der Gerhard?" Vermummt mit Sonnenbrille und Schirmütze hätte mich Kerstin vermutlich genausowenig erkannt wie ich sie. Ein JUNUT-Shirt hilft aber immer. Kerstin war in 2015 erstmals beim JUNUT und ist schon ein paar Tage alleine im Karwendel unterwegs. Ihr heutiges Tagesziel ist das Hallerangerhaus.

Nach der Kastenalm biegt unser Track dann scharf nach rechts ab.

Das ist die Birkkarspitze. 1.200 Höhenmeter sind es auf einer Distanz von ca. 5 km bis dorthin.

Die Sonne brennt. In den Latschenfeldern steht die Hitze. Es fällt mir zunehmend schwerer mit Uwe Schritt zu halten. Der Überstieg zum Karwendelhaus war im Tal mit einem Zeitbedarf von 7 1/2 h angegeben. Auch wenn wir immer noch etwas schneller unterwegs sind, brauchen wir mit der Besteigung der Birkkarspitze mindestens so lange wie angegeben. Es ist etwa 17:30 h. Vor Mitternacht wären wir also kaum am Karwendelhaus. Von dort sind es auf der geplanten Strecke noch fast 20 km bis nach Scharnitz. Nach kurzer Diskussion entscheiden wir uns dazu, besser abzubrechen und die eben gewonnenen 300 Höhenmeter wieder abzusteigen. Erst beim Weg nach unten wird uns klar, wie steil der Anstieg bis zu diesem Punkt verlaufen ist.

Wir erreichen wieder den Talgrund und trotten erstmal auf einer Almstraße in Richtung Scharnitz. Etwa 15 km sind es bis dorthin. Zuerst begleitet uns Lafatschbach. Der mündet wenig später in die Isar, die hier entspringt. Langsam erreichen die Schatten der umliegenden Berge das Tal und es wird etwas kühler. Da kommt auch die Motivation wieder, Scharnitz auf alle Fälle noch ohne erneuten Stirnlampeneinsatz zu erreichen. Wir geben Gas und sind auch wirklich im letzten Tageslicht zurück.

Statt der ursprünglich geplanten 80 km hatte unsere Runde nur etwa 68 km. Ohne den Gipfel der Birkkarspitze und die anschließende Überschreitung der Ödkarspitzen fehlen auch etwa 2.000 Höhenmeter. 

Die Runde war aber trotzdem eine ordentliche Herausforderung. 68 km und 4.300 Höhenmeter in teilweise technisch anspruchsvollem Gelände können sich doch sehen lassen. Und mit knapp 21:00 h waren wir auch gar nicht so langsam. Hier ist der Link zur Tour bei outdooractive.

Es wird sicherlich eine Wiederholung geben. Meine Planung hat aber ein deutliches Optimierungspotential. Zeit haben wir vor allem durch die Versorgung an den angelaufenen Hütten verloren. Die dortigen Pausen waren aber bei den herrschenden Temperaturen zumindest für mich nahrungstechnisch notwendig und damit motivationserhaltend.

Den Anstieg zur Birkkarspitze hatte ich unterschätzt. Da suche ich nach einer praktikablen Umgehung. Eine Wiederholung erfordert aber zwingend gutes Wetter. Wegen des Gewitterrisikos im Hochsommer bietet sich da wohl eher der September an. Allerdings können gegen Mitte September die Tage schon recht kurz sein. Es gibt also noch einiges zu überlegen :)

Schön war´s  trotzdem. Uwe gebührt mein Dank für die angenehme Begleitung und Gesellschaft.