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Pfunderer Höhenweg im Juli 2016

Auch in diesem Jahr wehrte sich die Alta Via di Fundres, wie der Weg auf Italienisch heißt, erfolgreich gegen meinen Versuch, ihn nonstop zu begehen. Dabei klingen die Eckdaten gar nicht so Furcht erregend: 72 km und etwa 5.500 Höhenmeter sollten doch machbar sein.

Dieser Meinung war ich auch schon 2014, als ich gemeinsam mit Trailmaxx einen ersten Versuch unternahm. Damals scheiterten wir an Schlechtwetter und Maxxens vom Pitztal-Ultra lädierter Schulter. Davon gibt es eine durchaus launige Zusammenfassung. Trailmaxx zieht es am für die Wiederholung geplanten Wochenende vor, seine körperliche Ertüchtigung als Umzugshelfer voranzutreiben. Ich finde aber mit Dieter und Nicole mehr als willkommene neue Begleiter.

Die Anreise zum Startort Wiesen in der Nähe von Sterzing wird durch etliche Staus vor und um München erschwert. Aber am Freitagabend um 20:30 h sind wir bereit.

Der Weg ist gut markiert. Schöne Singletrails führen uns recht schnell auf das Gschlißegg (1.671 m) und weiter zum Jägerjöchl (2.136 m). 

Längst ist es dunkel und wir marschieren im Licht der Stirnlampen weiter in Richtung Simile-Mahd-Alm. Dort endet die erste Tagesetappe des Wanderwegs. Die Alm ist bewirtschaftet, zu dieser nachtschlafenen Zeit ist jedoch alles dicht. 

Wir machen uns auf den Weiterweg in Richtung Sengesjoch (2.549 m). Der "Wilde See", der von dort zu sehen sein sollte, ist von der Nacht verschluckt.

Wir glauben aber, dass er auch dort ist, wo er laut Karte sein soll und auch 2014 noch zu sehen war.

Entgegen aller Wettervorhersagen und auch der Meinung der freundlichen Wirtin der Bar in Wiesen beginnt es kurz darauf leicht und danach richtig heftig zu regnen. 

Das nasse Almgras steht hoch. Diverse Bachquerungen sorgen zusätzlich dafür, dass unterhalb der Knie nichts mehr trocken ist.

Oberhalb von 2.500 m liegt jede Menge Altschnee. Die Orientierung wird zunehmend schwieriger. Diverse Aufstiegsspuren im Schnee leiten uns in Richtung Kreuzspitze. Bis wir das merken, sind wir schon weit über 2.800 m hoch. 

Dieter und ich erproben die Pflichtausrüstung für den PTL. Unter diesen Bedingungen bewähren sich die vorgeschrieben Leichtsteigeisen (Chainsen light pro) bestens. Die Yaktrax von Nicole sind da eher grenzwertig geeignet.

Wir drehen um und finden den richtigen Weg zum Rauhtaljoch (2.811 m).

Von dort aus geht es zunächst tendenziell bergab. In der beginnenden Morgendämmerung steigen wir zum Endpunkt der
2. Tagesetappe, der Brixner Hütte, ab. Dort kommen wir am Samstagmorgen gg. 05.30 h an.

Nach längerem Klopfen hat die Hüttenwirtin ein Einsehen und lässt uns in den wohlig warmen Gastraum. Nach insgesamt etwa 9 Stunden machen wir hinter Etappe 1 und 2 einen Haken. Auf das Frühstück müssen wir aber noch etwas länger warten. Egal, wir sind im Trockenen und das Warten lohnt sich.

Der Regen hat aufgehört, als wir uns frisch gestärkt  auf den knappe 400 Höhenmeter langen Anstieg zur Steinkarscharte machen.

Danach geht es steil und weglos, teilweise auch über ausgedehnte nordseitige Altschneefelder, zunächst abwärts. Dann folgt ein erneuter Anstieg zur Kellerscharte (2.439 m), die auf die Hochfläche des Engbergtals leitet.

Mehrfache Bachquerungen halten die Sache spannend und die Füße nass. Pfadspuren und gut sichtbare Markierungen bringen uns hinauf zur Dannelscharte (2.437 m).

In teilweise recht exponierter Wegführung geht es in das Weißsteintal.

Dort führt ein Weg hinunter zum Brenninger-Biwak, wo 2014 für Max und mich das Abenteuer ein Ende hatte. An weite Teile des Wegs kann ich mich in diesem Bereich nicht mehr wirklich erinnern. Zusehr war ich wohl damals mit dem Vorankommen und den widrigen Umständen beschäftigt.

Ein kurzer Verhauer lässt uns Zeit verlieren, aber bald sind wir auf dem Weg zur Edelrauthütte, der 4. Tagesetappe. Diese verspricht schon zu Beginn, recht anspruchsvoll zu werden.

Bald erreichen wir im Aufstieg zur Gaisscharte (2.752 m) ein ausgedehntes Blockgelände.

Kurz vor der Scharte überholt uns mit unglaublichem Tempo ein Einheimischer mit Filzhut und Gamsbart. Wir wechseln ein paar freundliche Worte, erfahren, dass er ebenfalls auf die Edelrauthütte will, und schon ist er weg. Ich denke seitdem über die Anschaffung von Hut und Gamsbart nach - vielleicht hilfts ja was?

Der Abstieg von der Gaisscharte ist gesichert, aber dennoch nicht ganz ohne. Nicole hat kaum Klettersteigerfahrung, meistert die Passage aber nach kurzem Zögern souverän.

Wo es verblockt nach oben geht, unterscheidet sich meist der Abstiegsweg nicht wirklich. Mühsam und zeitraubend geht es über immer neue Blöcke langsam aber sicher hinunter in das Obervalskar.

Wir liegen zwar nicht weit hinter unserem Zeitplan zurück, merken aber deutlich, dass uns eine Ruhepause nicht schaden würde. Wir rechnen hoch, wie lange wir für die noch fehlenden 2 Tagesetappen brauchen könnten und stellen fest, dass wir in unserer zweiten Nacht wohl komplett ohne eine Versorgungs-möglichkeit wären. Bis zur Tiefenrasthütte würde es etwa 7 h Wegzeit haben, so dass wir dort erst ankommen würden, wenn die Hütte geschlossen ist.

Die Alternativen sind: Abstieg ins Tal nach Pfunders oder weiter zur Edelrauthütte und dort übernachten.

Etwas zögerlich entscheiden wir uns für die Edelrauthütte. Und das ist richtig. Neu erbaut, noch nicht ganz fertig, eine nette Wirtin, gutes Essen, ausreichend Weißbier und ein wunderschönes Vierer-Zimmer für uns alleine.

Da lassen wir das EM-Viertelfinal-Spiel zwischen D und I ganz entspannt ohne uns stattfinden und liegen bald flach. 

Der nächste Morgen begrüßt uns mit leidlich gutem Wetter. Wir verlassen die Edelrauthütte und machen uns auf den Weg nach Pfunders.

Dass uns noch 2 Tagesetappen fehlen, ist für niemanden ein Problem. In insgesamt gut 21 Stunden haben wir 4 Etappen bewältigt. Kein Grund geknickt zu sein, aber auf alle Fälle ein guter Grund, das Ganze im kommenden Jahr wieder zu versuchen.

Der Abstieg ins Tal führt uns erneut durch eine wunderschöne Landschaft.

Wir erreichen bald Pfunders, nehmen dort den Bus nach Vintl im Pustertal und dann den Zug nach Franzensfeste. Das Umsteigen in den Zug nach Sterzing stellt uns auf eine harte Geduldsprobe. Zwischen Franzensfeste und Sterzing wird eine Weltkriegsbombe entschärft. Autobahn, Bundesstraße und die Bahnstrecke sind deswegen gesperrt. 

Ach ja: Am Ende hatten wir, einschließlich Abstieg nach Pfunders, knappe 49 km und etwa 3.800 positive Höhenmeter auf der Uhr. Ich finde schon, dass sich das sehen lassen kann.

Aus Dieters Resumé:  

"Sachen verräumt, Magen vollgeschlagen und ein Grinsen auf dem Gesicht. Nur das Müffeln bleibt bis morgen Früh ;-) ...

...Ich freue mich schon auf eine Fortsetzung."

Und Nicole meinte: 

"...Unwirtliche Gegenden in der Nacht? Schnee, Berge, Regen und Kaiserschmarrn? Blocksteine, wilde Kühe, durch Wasser stiefeln? Abenteuer mit schönen Aussichten? Ich bin dabei :-D !!!!"

 

Vielen Dank für Eure Gesellschafft. Es hat mir große Freude gemacht. Ich freu mich sehr auf 2017.  

Ein weiteres Dankeschön an Dieter für seine Bilder.